Dirk Kupanovac
*28.06.1976 - †17.02.2003


Trauriges Nachspiel

Es begann alles damit, dass wir sagten: den letzten Willen, den Dirk uns auferlegt hatte - können wir nicht einhalten. Sein Mini darf niemals verkauft werden und wir sollten in fahren - das konnten wir nicht.
Zum andern war abzusehen, dass der Herr… sein Wort - 2 Tage vor der Beerdigung: Es bleibt alles so wie es ist - niemals einhalten würde - das sich nach kurzer Zeit widerspiegelte.

Ich fuhr immer wieder zur Halle- in der Dirks Mythos für mich war.
Ich brauchte nur ein paar Minuten, auch morgens vor der Arbeit, um meinen Dirk zu fühlen.
Dirk hatte Abschiedsbriefe an all seine Freunde, an uns, sowie sein Testament hinterlassen. Zu diesem Zeitpunkt standen wir unter starken Medikamenten.
2 Tage vor der Beerdigung, haben wir das Testament dem Herrn… zum Lesen überlassen. Daraus ging unter anderem hervor, dass er uns beiden und seiner Ex zu je 1/3 Anteil alles hinterlassen hat.
Der Herr… sagte: brauchen wir nicht, es bleibt alles so wie es ist.
Er entschied für seine Tochter mit.

Das erste Jahr verlief normal, ich war oft in der Halle, reparierte unsere Fahrzeuge, man traf sich, trank ein paar Bierchen, und grillten auf Dirks Wunsch mit all seinen Freunden.
Seine Ex Freundin ging bei uns im Haus ein und aus, das Vertrauen war grenzenlos. Wir überließen ihr sogar unser Haus während der Urlaubszeit, und sie versorgte unsere Katze.
Zu diesem Zeitpunkt war ihre neue Wohnung nicht fertig, das Angebot hier zu wohnen nahm sie dankbar an. Unsere Bedenken, wenige Monate nach Dirks Tod, allein zu wohnen könnte eine enorme psychische Belastung für sie werden wurden wie folgt kommentiert.
Ihre Antwort: besser bei uns, als im Elternhaus ( wörtlich )

Im zweiten Jahr wurde es schon anders: Der Mini erweckte Begierde. Auf unseren Einwand, wir können ihn nicht im Dorf fahren sehen, machte sie den Vorschlag ihn auseinander zu flexen und die Teile in ihren Pickup einzubauen.

Sein Lebenswerk wollten wir nicht zerstören lassen.

Im Sommer 2005 verkauften wir den Mini, nach aufwändigen Reparaturen und einer Neuabnahme. Er kam in liebevolle Hände, das gesamte Fotoalbum vom Umbau des Wagens haben wir dem Käufer zur Verfügung gestellt.
Dirks Mythos blieb uns durch den Kontakt mit diesen Leuten erhalten.

Das Verhältnis zur Ex kühlte ab, ebenso zu ihren Eltern.
Eine junge Frau, die es gewohnt war alles zu bekommen, was sie wollte.
Den Tordrücker zur Halle musste ich abgeben, unter fadenscheinigen Gründen.
Das Betreten des Firmengeländes war fortan nur während der Arbeitszeit gestattet.
Mir war klar, dass diese Aussage von ihrem Vater kam.

Im November 2005 war auf einmal der Torzylinder ausgewechselt, so dass ich keinen Zugang zur Halle hatte.

Meine Frau meinte, warte doch ab, die werden sich schon melden, schließlich ist
schon die Adventszeit. Sie irrte.
Ich rief seine Ex an – ja alle Schlösser sind ausgetauscht worden, weil ein Schlüsselbund verloren gegangen war.

Mit keinem Wort wurde erwähnt, dass ich einen neuen Schlüssel bekomme und somit Zutritt.

Am 14.01.2006 wollten wir unser Eigentum aus der Halle holen. Der Termin wurde
vereinbart, man gab sich freundschaftlich die Hand. Sie sprach von ihrem Beziehungs-, Arbeits- und Prüfungsstress.
Einige Kleinigkeiten konnte ich mitnehmen - dann wurde ich vom Firmengelände mit den Worten ..." Du hörst von meinem Anwalt..." verwiesen,
Bis zum 26.01.2006 haben wir nichts gehört, dann ein Anruf auf dem AB.
"Melde dich oder du hörst von uns!"
Um 1:45 Uhr erhielten wir einen Anruf von ihrem Elternhaus, sie am Telefon, wollte Dinge klären, mein Eindruck:–alkoholisiert.
Antwort: Du bist bescheuert! Hatte aufgelegt.

Wir sind Arbeitnehmer und müssen früh morgens raus. Telefon schrillte ununterbrochen, danach Stecker gezogen.
Am 27.01.2006 kam das Anwaltsschreiben, wonach uns untersagt wurde, sich ihr zu nähern, anzurufen usw. Bei Zuwiderhandlungen wurde uns ein Ordnungsgeld von 250.000 EUR oder ersatzweise Haft angedroht.
Am 01.02.2006 kam der Gerichtsvollzieher mit einer einstweiligen Verfügung.
In der stand: Im Jahr 2005 sind die Antragsgegner mehrfach mit ihr in Kontakt getreten, warfen ihr vor, Schuld am Tode ihres Sohnes zu sein.
Seit dem 16.01.2006 haben sich erneut Depressionen und Autoaggressionen eingestellt sie wurde auf unbestimmte Zeit krank geschrieben.

Mit eidesstattlicher Versicherung, sie leide seit Dirks Freitod unter psychischen Problemen und Depressionen, befand sie sich 2004 in ärztlicher und therapeutischer Behandlung.
In Anbetracht der Dringlichkeit wird die Entscheidung im Wege des Beschlusses ohne mündliche Verhandlung beantragt Die Gefahren einer dauerhaften Krankheit sind höher einzuschätzen als der Anspruch auf rechtliches Gehör.

Am 26.01.2006 habe ich sie angeblich erneut telefonisch belästigt, durch einen Satz auf dem AB. Das sie aber in dieser Nacht Telefonterror betrieben hatte, stand nicht im Schreiben.

Meine Frau und ich hatten sie niemals beschuldigt am Freitod verantwortlich zu sein, zumal die beiden bereits seit 7 Monaten getrennt waren.
Sie war schon vor Dirk in Therapie. Unter Zeugen erwähnte sie das bei einer Feier - es sei wegen ihres Vaters.

Am 2.März hatten wir den Termin beim Amtsgericht zur mündlichen Verhandlung.
Die Antragstellerin wurde überhaupt nicht gefragt. Der Richter verlangte von uns eine Unterschrift, wir verweigerten.
Unser Anwalt wollte einen Vergleich ( ohne uns vorher gefragt zu haben ).
Die Gegenseite konterte: Geld spielt keine Rolle, eine Anzeige wegen Körperverletzung ist gestellt und eine negative Feststellungsklage beim Landgericht.
Hat dem Richter sehr imponiert. Unsere Feststellung – die kannten sich.
Nach ca 8 Minuten verließen wir das Gebäude.
Sahen uns gegenseitig an – sind wir irgendwo im falschen Film?

Dann kam die Vorladung wegen Körperverletzung 15.03.2006

Wir waren gezwungen, einen weiteren Anwalt zu nehmen. Bei der Durchsicht der Unterlagen schüttelte dieser den Kopf.
Wie im Wilden Westen. "Was ist das für einer? So was schrieb man vor 50 Jahren!"
Der Staatsanwalt wollte sich der Sache nicht annehmen, er fand keinen Tatbestand und verwies auf den zivilrechtlichen Weg.
Das Landgericht konnte mit der negativen Feststellungsklage wenig anfangen, da festgestellt wurde, das ein falscher Abschiedsbrief eingereicht worden sei.
Die Klage wurde zurückgezogen.
Mittlerweile hatte Dirks angeblicher Freund die Seiten gewechselt.

Das Amtsgerichtsurteil war an den Haaren herbei gezogen. Wir wurden in diesem Verfahren zu 500 EUR Ordnungsgeld verurteilt und hatten die Kosten des Verfahrens zu tragen. Angeblich hatte unser Anwalt Fehler gemacht, der zu unseren Lasten ging.

Die einstweilige Verfügung hatte weiterhin Bestand.

Wir durften uns ihr bis auf 50 Meter nicht nähern und im Umkreis der Wohnung 300 Meter. Außerdem hatte sie Körperschutz.
Gleichzeitig verklagten sie unseren Anwalt.

In einem Dorf ist solch eine Situation schwierig, daher machten wir unsere Einkäufe (die machten wir immer gemeinsam) außerhalb unseres Ortes – gewappnet für weitere Schmutzigkeiten.

Die Berufungsverhandlung beim Landgericht fand am 25.08.2006 statt.

Der Richter hob das Amtsgerichtsurteil auf, das Ordnungsgeld war rechtswidrig,
die angebliche seelische Grausamkeit hat anscheinend niemals stattgefunden und die Eltern eines verstorbenen Kindes, ganz gleich wie es passierte,
leiden mehr als eine Exfreundin und dürfen nicht hinter den Belangen einer Ex Freundin stehen.

Mit dieser Familie wollten wir nichts mehr zu tun haben, ich habe auf die Eigentumsansprüche ohne die Aufgabe unseres Rechtstandpunktes verzichtet.

Feststellung:
Die Gier nach Eigentum kann schmutzig sein, wenn sie auch noch so gering ist,
manche haben es nötig!!!

Vielleicht hat sie eines Tages Chance Schauspielerin zu werden.

Für uns eine sehr schmerzliche Zeit, wir wurden um Jahre zurück geworfen, bleiben es auch, zumal sich der 5.Jahrestag nähert.

Den Freunden/Nachbarn/ Bekannten sagen wir für den Beistand, Danke.



Inhalt am 18 Nov 2007 von Paul eingestellt
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